Wärmetauscher reinigen bei der Wärmepumpe
Wärmetauscher reinigen bei Wärmepumpen: Reinigungsverfahren für Lamellen- und Plattenwärmetauscher, Anzeichen und präventive Maßnahmen.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 19. Oktober 2025
Warum Wärmetauscher regelmäßig gereinigt werden müssen
Die Wärmetauscher einer Wärmepumpe – Verdampfer und Kondensator – sind thermodynamische Kernkomponenten, deren Effizienz direkt von der Reinheit ihrer Übertragungsflächen abhängt. Ablagerungen jeglicher Art – sei es Kalk, Korrosionsprodukte, Biofilm, Staub oder Öl – wirken als thermische Isolation und reduzieren die Wärmedurchgangszahl (k-Wert). Das Ergebnis ist ein schlechterer COP und höhere Betriebskosten.
Verschiedene Wärmetauschertypen und ihre Reinigungsanforderungen
Je nach Wärmepumpentyp kommen unterschiedliche Wärmetauschertypen zum Einsatz:
- Lamellenwärmetauscher (Luft-WP): Außenluft strömt über Aluminiumlamellen. Verschmutzung durch Staub, Pollen, Insekten. Reinigung mit Druckluft oder Wasserstrahl.
- Plattenwärmetauscher (Sole- und Wasser-WP): Edelstahlplatten mit sehr kleinen Strömungskanälen. Empfindlich für Kalkablagerungen und Verstopfungen. Reinigung durch chemische Entkalkung.
- Rohrbündelwärmetauscher: Seltener bei Haushalts-WP, eher bei Gewerbe. Reinigung durch mechanisches Bürsten oder Hochdruckspülen.
Anzeichen für Reinigungsbedarf
Folgende Indikatoren zeigen, dass ein Wärmetauscher gereinigt werden sollte:
- COP-Abfall von mehr als 10% gegenüber dem Vorjahreswert
- Erhöhter Differenzdruck über den Wärmetauscher
- Steigende Verflüssigungstemperatur bei gleichbleibender Vorlauftemperatur
- Sinkende Verdampfungstemperatur bei gleichbleibender Quelltemperatur
- Sichtbare Ablagerungen bei der Sichtprüfung
Reinigungsverfahren im Detail
Druckluft-Reinigung (Lamellenwärmetauscher):
- Druckluft von innen nach außen durch die Lamellen blasen
- Druckbegrenzung auf max. 4 bar, um Lamellen nicht zu verformen
- Anschließende Sichtprüfung auf Verformungen
Wasserstrahl-Reinigung (Lamellenwärmetauscher):
- Kaltes Wasser, Druck max. 60 bar, Abstand min. 30 cm
- Reinigung in Strömungsrichtung (von innen nach außen)
- Ggf. biologisch abbaubaren Reinigungsschaum verwenden
Chemische Entkalkung (Plattenwärmetauscher):
- Kältekreis gegen Wärmetauscher absperren (nur durch Kältetechniker)
- Entkalkungslösung (z. B. 5% Zitronensäure) im Kreislauf pumpen
- Einwirkzeit 30–60 Minuten, dann gründliches Spülen mit Wasser
- pH-Wert nach Spülung kontrollieren
Präventive Maßnahmen
Folgende Maßnahmen verringern den Reinigungsbedarf:
- Regelmäßige Kontrolle der Heizwasserqualität (pH 8-9, Härte <3°dH)
- Einsatz von Inhibitoren im Heizwasser
- Schmutzfilter im Heizkreis regelmäßig reinigen
- Ausreichenden Mindestabstand des Außengeräts zu Bepflanzungen sicherstellen
Eine planmäßige Reinigung im Rahmen der Jahresinspektion ist deutlich kostengünstiger als eine Notreparatur durch einen foulingbedingten Wärmetauscherdefekt.