Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe messen
Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe messen: Messpunkte, Soll-Ist-Vergleich, Effizienzoptimierung und Dokumentation der Messwerte.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 28. November 2025
Bedeutung der Vorlauftemperatur für die WP-Effizienz
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das die Wärmepumpe verlässt und zu den Heizflächen (Fußbodenheizung, Heizkörper) geliefert wird. Sie ist einer der wichtigsten Parameter für die Effizienz der Anlage: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto höher der COP der Wärmepumpe. Als Faustregel gilt: Eine Reduktion der Vorlauftemperatur um 1 K verbessert den COP um ca. 2–3%.
Messpunkte und Messtechnik
Die Vorlauftemperatur wird gemessen:
- Am Vorlaufanschluss der Wärmepumpe (direkt nach der Wärmepumpe, vor Verteiler)
- Mit einem kalibrierten Kontaktthermometer oder Tauchfühler in einer vorhandenen Tauchhülse
- Im stationären Betriebszustand (mind. 15 Minuten nach Kompressorstart)
- Gleichzeitig mit der Rücklauftemperatur, um ΔT zu berechnen
Vergleich Soll- und Ist-Vorlauftemperatur
Die Soll-Vorlauftemperatur ergibt sich aus der Heizkurve der Regelung. Diese bestimmt in Abhängigkeit von der Außentemperatur die benötigte Vorlauftemperatur. Im Rahmen der Inspektion wird geprüft:
- Ist die eingestellte Heizkurve plausibel für das vorhandene Heizsystem?
- Wird die Soll-Vorlauftemperatur von der WP tatsächlich erreicht?
- Gibt es eine dauerhafte Differenz zwischen Soll und Ist (Anzeichen für Leistungsdefizit)?
Maximale Vorlauftemperatur und Systemgrenzen
Wärmepumpen haben eine maximale Vorlauftemperatur, die vom Hersteller vorgegeben ist (typisch 55°C bis 65°C). Wird diese überschritten, schaltet die Anlage ab (Hochdruckabschalter). Eine dauerhaft hohe Soll-Vorlauftemperatur – oft auf schlechte Gebäudedämmung oder falsch dimensionierte Heizflächen zurückzuführen – reduziert den COP erheblich.
Optimierungspotenzial erkennen
Die Vorlauftemperaturmessung im Rahmen der Inspektion ermöglicht das Erkennen von Optimierungspotenzialen:
- Ist die Heizkurve steil eingestellt (hohe VL-Temp. auch bei moderaten Außentemperaturen)? → Heizkurve absenken, Effizienz steigern
- Wird die WP mit zu hoher Vorlauftemperatur bei Warmwasserbereitung betrieben? → Speicherladung optimieren
- Große Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur bei gut gedämmten Gebäuden? → Fußbodenheizung besser geeignet als Radiatoren
Dokumentation
Im Inspektionsbericht werden Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Außentemperatur und die daraus berechnete ΔT dokumentiert. Dies ist die Grundlage für die COP-Berechnung und den SCOP-Jahresvergleich.