Verdampfer-Fouling bei der Wärmepumpe prüfen
Verdampfer-Fouling bei Wärmepumpen: Ursachen, Auswirkungen auf den COP, Prüfmethoden und Reinigungsverfahren im Überblick.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 15. Oktober 2025
Was ist Verdampfer-Fouling und warum ist es problematisch?
Unter Fouling versteht man die Ablagerung von Verunreinigungen auf Wärmetauscherflächen. Am Verdampfer einer Wärmepumpe – besonders bei Luft-Wasser-Geräten – lagern sich Staub, Pollen, Fasern, Insekten und andere Partikel auf den Lamellenoberflächen ab. Diese Schicht wirkt als thermischer Isolator und reduziert die Wärmeübertragungsleistung erheblich.
Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen kann Fouling durch Kalkausfällungen, biologisches Wachstum oder Schwebstoffe im Solekreis entstehen, die sich an den Rohroberflächen des Plattenwärmetauschers absetzen.
Auswirkungen auf die Anlagenleistung
Verdampfer-Fouling führt zu folgenden messbaren Auswirkungen:
- Sinkende Verdampfungstemperatur bei gleicher Wärmequellentemperatur
- Erhöhtes Druckgefälle am Wärmetauscher
- Steigende Kompressorlaufzeiten bei gleicher Heizanforderung
- Häufigere Abtauzyklen (bei Luft-Wasser-WP)
- Sinkender COP
Messungen zeigen, dass bereits eine 0,5 mm dicke Kalkschicht den Wärmeübergang um bis zu 20% reduzieren kann.
Sichtprüfung des Verdampfers
Bei der Jahresinspektion wird zunächst eine Sichtprüfung des Verdampfers durchgeführt:
- Lamellen auf Verschmutzung, Verformung und Korrosion prüfen
- Freie Strömungsquerschnitte beurteilen
- Vereisung außerhalb des normalen Abtauzyklus festhalten
- Ölspuren auf der Kältemittelseite dokumentieren
- Kondensatablauf auf Funktionsfähigkeit prüfen
Messtechnische Bewertung des Foulings
Neben der Sichtprüfung erlaubt die Messung folgender Parameter eine quantitative Bewertung des Foulings:
- Verdampfungstemperatur: Messung über den Sättigungsdruck des Kältemittels. Bei Fouling sinkt die Verdampfungstemperatur bei gleicher Quelltemperatur.
- Druckabfall: Bei Plattenwärmetauschern: Differenzdruckmessung vor und nach dem Wärmetauscher. Anstieg über 20% gegenüber Neuwertzustand ist ein Alarmzeichen.
- Luftseitige Temperaturmessung: Bei Luft-WP: Messung der Lufttemperatur vor und nach dem Verdampfer zur Berechnung der Wärmeaufnahme.
Reinigungsverfahren für Verdampfer
Je nach Verschmutzungsgrad kommen folgende Reinigungsverfahren zum Einsatz:
- Druckluft-Ausblasen bei loser Staub- und Faserablagerung (von innen nach außen)
- Hochdruckwasser (kalt, max. 60 bar) für hartnäckige Verschmutzungen
- Spezialschaum-Reiniger für Lamellenwärmetauscher
- Chemische Entkalkung bei Plattenwärmetauschern (nur durch Fachbetrieb)
Nach der Reinigung ist eine erneute Leistungsmessung zur Erfolgskontrolle empfohlen.
Reinigungsintervall und Prävention
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in städtischen Lagen oder in der Nähe von Landwirtschaftsflächen kann eine jährliche Verdampferreinigung notwendig sein. In weniger belasteten Umgebungen reicht oft ein 2-3-jähriges Intervall. Eine regelmäßige Sichtprüfung im Rahmen der Jahresinspektion ermöglicht eine bedarfsgerechte Entscheidung.