Temperaturspreizung ΔT bei der Wärmepumpe analysieren
Temperaturspreizung ΔT bei Wärmepumpen analysieren: Zusammenhang mit Volumenstrom, Auslegungswerte, Diagnose und Effizienzoptimierung.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 2. Dezember 2025
Was ist die Temperaturspreizung ΔT?
Die Temperaturspreizung ΔT (Delta-T) ist die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur im Heizkreis einer Wärmepumpenanlage. Sie ist ein fundamentaler hydraulischer Parameter, der Auskunft über die Wärmeabgabe im Heizsystem gibt und direkten Einfluss auf die erreichbare Effizienz der Wärmepumpe hat. Im Rahmen der Jahresinspektion gehört die ΔT-Analyse zu den wichtigsten Diagnosewerkzeugen.
Zusammenhang zwischen ΔT und Volumenstrom
Die Beziehung zwischen ΔT, thermischer Leistung und Volumenstrom ist durch folgende Formel gegeben:
Q = ṁ × c_p × ΔT
Bei konstantem Volumenstrom und konstanter Heizlast ist ΔT konstant. Ändert sich ΔT, ändert sich entweder die abgenommene Leistung oder der Volumenstrom. Eine sehr geringe ΔT bei laufendem Kompressor deutet auf zu hohen Volumenstrom (Pumpe überdimensioniert oder hydraulisch falsch eingestellt), eine sehr hohe ΔT auf zu geringen Volumenstrom.
Auslegungswerte für verschiedene Heizsysteme
Hydraulische Auslegungswerte für ΔT:
- Fußbodenheizung: ΔT = 5 K (Auslegung typisch 30/25°C oder 35/30°C)
- Niedertemperatur-Radiatoren: ΔT = 5–8 K
- Konventionelle Radiatoren: ΔT = 10–20 K (50/30°C oder 70/50°C)
- Warmwasserladung: ΔT = 5–10 K
ΔT-Messung und -Analyse im Rahmen der Inspektion
Die ΔT-Messung erfolgt synchron mit Vorlauf- und Rücklauftemperaturmessung. Wichtige Diagnoseschritte:
- ΔT im stationären Betrieb messen (mind. 15 Minuten Kompressorlaufzeit)
- Mehrere Messpunkte bei verschiedenen Außentemperaturen aus dem Betriebsdatenlogger auslesen
- ΔT mit dem Auslegungswert aus der Systemdokumentation vergleichen
- Bei Abweichungen: Volumenstrom kontrollieren (Wärmemengenzähler oder Ultraschalldurchflussmessgerät)
Häufige ΔT-Abweichungen und ihre Ursachen
ΔT zu gering (unter 3 K):
- Umwälzpumpe zu hoch eingestellt
- Zu großes Systemvolumen (überdimensioniertes Netz)
- Thermostatventile in allen Räumen geschlossen (keine Wärmeabnahme)
ΔT zu hoch (über 15 K):
- Umwälzpumpe zu schwach oder gedrosselt
- Verstopfter Schmutzfänger oder Filter
- Teilweise geschlossene Absperrventile
- Hydraulischer Kurzschluss im System
ΔT und Effizienzoptimierung
Für Wärmepumpen ist eine geringe, aber ausreichende ΔT ideal: Sie ermöglicht niedrige Vorlauftemperaturen und damit hohe COP-Werte. Die optimale Einstellung ist typisch ΔT = 5 K bei Fußbodenheizung und ΔT = 8–10 K bei Radiatoren. Eine Überprüfung und ggf. Anpassung der Pumpeneinstellung gehört zu den empfohlenen Maßnahmen nach jeder Inspektion.