Solekreis-Inspektion bei der Erdwärmepumpe
Solekreis-Inspektion bei Erdwärmepumpen: Systemdruck, Frostschutz, pH-Wert, Solepumpe und thermische Bewertung erklärt.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 10. November 2025
Der Solekreis als Wärmequellenkreis bei Erdwärmepumpen
Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen wird Wärme aus dem Erdreich über ein Wärmeträgerfluid – die Sole – aufgenommen und zum Verdampfer der Wärmepumpe transportiert. Der Solekreis besteht aus den Erdwärmekollektoren oder Erdwärmesonden, der Solepumpe, den Rohrleitungen, dem Ausdehnungsgefäß und dem Wärmetauscher. Ein intakter Solekreis ist Voraussetzung für eine hohe Jahresarbeitszahl und störungsfreien Betrieb.
Prüfpunkte bei der Solekreis-Inspektion
Drucküberwachung:
- Systemdruck im Solekreis messen (Soll: 1,5–3,0 bar je nach Anlagenauslegung)
- Druckverlauf über 30 Minuten beobachten (stabil = dicht)
- Druckabfall dokumentieren und mit Vorjahreswert vergleichen
Soleflüssigkeit:
- Frostschutzkonzentration messen (Refraktometer): Soll für Tiefenbohrung -15°C bis -20°C
- pH-Wert der Sole prüfen (Soll: 7–9 für Glykollösungen)
- Farbe der Sole beurteilen (trübe oder dunkel verfärbte Sole deutet auf Korrosion oder biologisches Wachstum hin)
- Inhibitorgehalt nach Herstellerangabe prüfen
Solepumpe:
- Betriebspunkt (Förderstrom und Differenzdruck) überprüfen
- Elektrische Leistungsaufnahme messen
- Dichtheit des Pumpengehäuses prüfen
Ausdehnungsgefäß im Solekreis
Der Solekreis benötigt ebenfalls ein Ausdehnungsgefäß, da sich das Volumen der Soleflüssigkeit temperaturabhängig ändert. Prüfpunkte sind identisch mit dem Heizkreis-Ausdehnungsgefäß: Vordruck, Membranintegrität und Dimensionierung.
Thermische Inspektion des Solekreises
Die Quelleintrittstemperatur (Sole-Eintritt in die WP) und die Quellaustrittstemperatur (Sole-Austritt) geben Auskunft über die Wärmeentzugsleistung des Erdreichs. Typische Spreizungen:
- Flächenkollektoren: 3–5 K
- Tiefenbohrungen: 2–4 K
Deutliche Abweichungen nach unten können auf eine Überlastung des Erdreichs (Regeneration unzureichend) oder auf Leckagen im Solekreis hinweisen.
Leckageerkennung im Solekreis
Eine Leckage im unterirdischen Solekreis ist schwer zu lokalisieren. Hinweise sind:
- Wiederkehrender Druckverlust trotz regelmäßigen Nachfüllens
- Sinkende Frostschutzkonzentration bei gleichbleibendem Füllstand
- Feuchte Stellen im Bereich der Kollektorgräben (seltener)
Bei Verdacht auf eine unterirdische Leckage ist ein spezialisiertes Ortungsverfahren (z. B. Drucktest mit Stickstoff und Lecksuchgas) notwendig.
Dokumentation und Empfehlungen
Alle Messwerte des Solekreises (Druck, Frost- und pH-Wert, Pumpenleistung, Temperaturen) werden im Inspektionsprotokoll festgehalten. Die Soleflüssigkeit sollte alle 5–10 Jahre oder bei Auffälligkeiten ausgetauscht werden.