Pufferspeicher bei der Wärmepumpe inspizieren
Pufferspeicher bei Wärmepumpen inspizieren: Prüfpunkte, Ablagerungen, Dimensionierung und Legionellenrisiko bei Kombispeichern.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 10. Dezember 2025
Funktion des Pufferspeichers in der Wärmepumpenanlage
Ein Pufferspeicher (auch Puffertank) in einer Wärmepumpenanlage dient dazu, das Systemvolumen zu erhöhen und die Takthäufigkeit des Kompressors zu reduzieren. Dies ist besonders bei Anlagen wichtig, die in Teillastbetrieb häufig ein-/ausschalten. Häufiges Takten belastet den Kompressor überproportional und verkürzt seine Lebensdauer. Der Pufferspeicher ermöglicht längere Laufzeiten bei geringerer Last und verbessert die Regelbarkeit der Anlage.
Prüfpunkte bei der Pufferspeicher-Inspektion
Im Rahmen der Jahresinspektion werden am Pufferspeicher folgende Punkte geprüft:
- Außenwand: Gehäuse auf Beschädigungen, Korrosion und Undichtigkeiten prüfen
- Wärmedämmung: Isolationsmantel auf Beschädigungen und Vollständigkeit prüfen
- Anschlüsse: Alle Rohrverbindungen auf Dichtheit und korrekten Einbau prüfen
- Entlüftung: Entlüftungsventil am höchsten Punkt auf Funktion prüfen
- Temperaturfühler: Fühlerhalterungen und Kabelverbindungen kontrollieren
- Systemdruck: Druck im angeschlossenen Heizkreis messen
Ablagerungen und Korrosion im Pufferspeicher
Im Pufferspeicher können sich über die Jahre Schlammablagerungen (Magnetit, Kalk, Korrosionsprodukte) am Boden absetzen. Diese können:
- Die effektive Speicherkapazität reduzieren
- Umwälzpumpen beschädigen (Schwebstoffe)
- Wärmetauscheroberflächen im Speicher verschmutzen
- Zu Korrosion des Speicherbehälters führen
Ein Spülen oder Reinigen des Speichers sollte alle 5–10 Jahre oder bei Nachweis starker Verschmutzung durchgeführt werden.
Dimensionierungsprüfung
Im Rahmen der Inspektion sollte auch geprüft werden, ob der vorhandene Pufferspeicher richtig dimensioniert ist. Für Wärmepumpen gilt als Richtwert: Puffervolumen = 20–50 Liter pro kW Heizleistung. Bei zu kleinem Puffervolumen ist eine hohe Takthäufigkeit unvermeidlich.
Trinkwasser-Legionellenrisiko beim Kombispeicher
Wenn der Pufferspeicher als Kombispeicher auch Trinkwarmwasser bereitet oder ein Trinkwasserregisterspeicher vorhanden ist, besteht ein Legionellenrisiko. In diesem Fall gelten zusätzlich die Anforderungen zur Trinkwasserhygiene (DVGW W 551). Regelmäßige thermische Desinfektion (60°C Pasteurisierung) und Temperaturüberwachung sind erforderlich.
Dokumentation
Pufferspeicherzustand (Außenhülle, Dämmung, Anschlüsse), Systemdruck, ggf. durchgeführte Spülmaßnahmen und Empfehlungen für Folgearbeiten werden im Inspektionsbericht dokumentiert.