Legionellenrisiko beim Warmwasser der Wärmepumpe
Legionellenrisiko bei Wärmepumpen-Warmwasser: DVGW W 551, Pasteurisierung, Speicherinspektion und Maßnahmen bei fehlerhafter Konfiguration.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 12. Dezember 2025
Legionellen und Wärmepumpen: Warum das Thema relevant ist
Legionellen sind Bakterien, die sich im Temperaturbereich von 25–55°C in Trinkwasserinstallationen vermehren. Über fein vernebelte Wassertröpfchen (Aerosole) – zum Beispiel beim Duschen – können sie eingeatmet werden und die gefährliche Legionärskrankheit (Legionellose) verursachen. Wärmepumpen bereiten Warmwasser oft auf 45–55°C vor, was im kritischen Temperaturbereich für Legionellenwachstum liegt. Daher müssen gezielte Maßnahmen getroffen werden, um das Risiko zu minimieren.
Rechtlicher Rahmen: DVGW W 551
Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 regelt die technischen Maßnahmen zur Vermeidung von Legionellenwachstum in Trinkwasserinstallationen:
- Trinkwarmwasser muss im Speicher auf mindestens 60°C aufgeheizt werden
- Das Warmwasser muss an allen Zapfstellen innerhalb von 30 Sekunden auf mindestens 55°C ankommen
- Trinkwasser unter 25°C muss im Kaltwassernetz gehalten werden
In Einfamilienhäusern gilt keine direkte Überwachungspflicht, jedoch ist die Einhaltung der Anforderungen im Eigeninteresse dringend empfohlen.
Besonderheiten bei Wärmepumpen
Wärmepumpen erreichen in der Regel Vorlauftemperaturen bis max. 55–65°C. Für die Legionellenpasteurisierung (60°C im Speicher) wird oft ein integrierter elektrischer Heizstab eingesetzt. Im Rahmen der Inspektion wird folgendes geprüft:
- Ist die Legionellenpasteurisierung aktiviert und korrekt konfiguriert?
- Wann und wie oft findet die Pasteurisierung statt (täglich, wöchentlich)?
- Wird die Pasteurisierungstemperatur von 60°C tatsächlich im gesamten Speicher erreicht?
- Ist ein Temperaturfühler im unteren Speicherbereich vorhanden?
- Wird das Pasteurisierungsereignis in der Betriebshistorie protokolliert?
Inspektion des Warmwasserspeichers
Der Warmwasserspeicher sollte auf folgende Punkte geprüft werden:
- Sind im Speicher Totvolumina vorhanden (z. B. durch lange Tauchhülsen, Heizregister)?
- Anode (Magnesiumanode) auf Korrosionszustand prüfen
- Temperaturmessung im Speicher mit externem Referenzthermometer verifizieren
- Anschlüsse und Dichtheit des Speichers prüfen
Maßnahmen bei erkannten Risiken
Wenn die Legionellenpasteurisierung nicht korrekt konfiguriert ist oder die Speichertemperatur die 60°C-Grenze nicht erreicht, sind folgende Maßnahmen einzuleiten:
- Sollwerterhöhung für die Pasteurisierungstemperatur in der Regelung
- Funktionsprüfung des elektrischen Heizstabs
- Optimierung des Pasteurisierungszyklus (Häufigkeit, Haltedauer)
Diese Einstellungen müssen von einem Fachbetrieb vorgenommen werden und sind im Inspektionsprotokoll zu dokumentieren.