Kondensator-Inspektion bei der Wärmepumpe
Kondensator-Inspektion bei Wärmepumpen: Schadensbilder, Verflüssigungstemperatur als Diagnosegröße, Reinigung und Dokumentation.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 17. Oktober 2025
Funktion und Bedeutung des Kondensators
Der Kondensator – bei wassergeführten Wärmepumpen meist ein Plattenwärmetauscher – ist die Komponente, an der das heiße, verdichtete Kältemittelgas seine Wärme an das Heizwasser abgibt und dabei kondensiert. Er ist damit das zentrale Bindeglied zwischen dem Kältekreis und dem Heizsystem. Störungen am Kondensator wirken sich unmittelbar auf die erreichbare Vorlauftemperatur und den COP der Anlage aus.
Typische Schadensbilder am Kondensator
Bei der Inspektion des Kondensators sind folgende Schadensbilder zu beachten:
- Kalkablagerungen (Fouling): Besonders bei hartem Wasser bilden sich auf der wasserseitigen Fläche Kalkschichten, die den Wärmedurchgangswiderstand erhöhen.
- Korrosion: Undichte Stellen durch Lochkorrosion, erkennbar an Ölspuren (Kältemittelseite) oder Wasseraustritt (Heizwasserseite).
- Biologisches Wachstum: Biofilm in der Heizwasserseite bei stehendem Wasser und günstigen Temperaturbedingungen.
- Öleinlagerung: Öl aus dem Kompressor kann sich in Totbereichen des Kondensators ansammeln und die Wärmeübertragung verschlechtern.
Sichtprüfung und Druckprüfung
Im Rahmen der Inspektion wird folgende Prüfroutine empfohlen:
- Sichtprüfung aller Anschlussverschraubungen auf Dichtheit (Wasser- und Kältemittelseite)
- Prüfung der Wärmedämmung um den Kondensator auf Beschädigungen oder Feuchtigkeit
- Differenzdruckmessung über den Kondensator (wasserseite) zum Erkennen von Verstopfungen
- Messung der Verflüssigungstemperatur (aus Sättigungsdruck ermittelt) und Vergleich mit Solleinstrom-Temperatur
Verflüssigungstemperatur als Diagnosegröße
Die Verflüssigungstemperatur ist eine der wichtigsten Diagnosegrößen für den Zustand des Kondensators. Sie ergibt sich aus dem gemessenen Hochdruck und der Kältemittel-Drucktabelle. Bei Fouling steigt die Verflüssigungstemperatur bei gleicher Vorlauftemperatur an, da eine höhere Temperaturdifferenz benötigt wird, um dieselbe Wärmemenge zu übertragen. Die Überhitzung am Kondensatoraustritt sinkt gleichzeitig.
Reinigung und Instandhaltung
Bei nachgewiesenem Fouling sollte der Kondensator gespült werden. Bei Plattenwärmetauschern ist eine chemische Entkalkung mit verdünnter Phosphorsäure oder Zitronensäure möglich, muss aber durch den Kälteanlagenbauer durchgeführt werden, da dabei der Kältekreis vorübergehend geöffnet wird. Eine jährliche Überprüfung der Wasserqualität im Heizkreis (pH-Wert, Härte, Inhibitorgehalt) ist präventiv sehr wirksam.
Dokumentation im Inspektionsbericht
Die Inspektion des Kondensators umfasst im Inspektionsbericht folgende Einträge: Verflüssigungstemperatur, Differenzdruck (wasserseite), Sichtbefund, Dichtheit und ggf. durchgeführte Reinigungsmaßnahmen. Abweichungen von den Referenzwerten aus der Erstinbetriebnahme sind besonders hervorzuheben.