Kältemitteldrucktest: Ablauf und Bewertung
Kältemitteldrucktest bei der Wärmepumpe: Ablauf, Prüfdrücke, Bewertungskriterien und Dokumentationspflichten kompakt erklärt.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 11. Oktober 2025
Zweck und Bedeutung des Kältemitteldrucktests
Der Kältemitteldrucktest – auch als Dichtheitsprüfung bezeichnet – ist eine der wichtigsten Prüfmaßnahmen im Rahmen der Wärmepumpen-Inspektion. Er dient dem Nachweis der Integrität des Kältekreises und der frühzeitigen Erkennung von Undichtigkeiten, bevor diese zu einem vollständigen Kältemittelverlust und damit zu Anlagenausfall oder Umweltschäden führen.
Vorbereitungen vor der Druckprüfung
Vor dem Drucktest muss die Anlage ordnungsgemäß abgeschaltet und drucklos gemacht werden. Das Kältemittel sollte nicht abgelassen, sondern der Test wird idealerweise mit dem vorhandenen Kältemittel oder bei einem vollständig leeren System mit trockenem Stickstoff (N₂, 99,998% Reinheit) durchgeführt. Folgende Vorbereitungen sind notwendig:
- Anlage ausschalten und Druckausgleich abwarten
- Manometer an Hoch- und Niederdruckanschluss anschließen
- Sichtprüfung aller Verbindungen vor dem Test
- Umgebungstemperatur dokumentieren (Referenz für Drucknormierung)
Ablauf des Drucktests mit Stickstoff
Bei leerem Kältekreis wird folgendermaßen vorgegangen:
- Stickstoff langsam auf Prüfdruck aufgeben (typisch: 1,1-facher Betriebsdruck, min. 25 bar auf der Hochdruckseite)
- Druck 10 Minuten halten und Ausgleich abwarten
- Startdruck und Starttemperatur präzise dokumentieren
- Druckverlauf 30 bis 60 Minuten beobachten
- Temperaturkorrigierten Druckabfall berechnen
Bewertung des Testergebnisses
Ein temperaturkorrigierter Druckabfall von weniger als 0,1 bar innerhalb von 30 Minuten gilt in der Regel als dicht. Bei höherem Druckabfall ist das Lecksuchgerät oder die UV-Methode zur Lokalisierung der undichten Stelle einzusetzen.
Wichtige Hinweise zur Bewertung:
- Temperaturschwankungen beeinflussen den Druck (ideales Gasgesetz beachten)
- Kleinste Lecks sind bei hohem Systemdruck schwerer detektierbar als mit elektronischem Lecksuchgerät
- Alle Ergebnisse müssen im Inspektionsprotokoll dokumentiert werden
Drucktest am befüllten Kältekreis
Ist der Kältekreis befüllt, kann der Betriebsdruck im Stand-by-Modus (Gleichgewichtsdruck) mit dem temperaturabhängigen Gleichgewichtsdruck des verwendeten Kältemittels verglichen werden. Abweichungen nach unten deuten auf Kältemittelverlust hin und sind eine wichtige Frühwarnung für Lecks.
Dokumentation und Folgemaßnahmen
Das Ergebnis des Drucktests ist im Inspektionsprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Start- und Enddruck sowie Umgebungstemperatur zu dokumentieren. Bei Nachweis einer Leckage sind die weiteren Schritte – Lokalisierung, Reparatur, Neubefüllung – durch einen zertifizierten Kältetechniker einzuleiten.