Hydraulikkreis-Drucktest bei der Wärmepumpe
Hydraulikkreis-Drucktest bei Wärmepumpen: Ablauf, Druckrichtwerte, häufige Leckagen und Dokumentation der Prüfergebnisse.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 21. Oktober 2025
Bedeutung des Hydraulikkreises für die Wärmepumpenanlage
Der Hydraulikkreis einer Wärmepumpenanlage transportiert die erzeugte Wärme vom Kondensator zu den Wärmeabgabeflächen (Fußbodenheizung, Heizkörper) und ggf. zum Warmwasserspeicher. Ein intakter, druckstabiler Hydraulikkreis ist Voraussetzung für einen effizienten und störungsfreien Betrieb. Druckverluste durch Leckagen führen zu Systemstörungen, Sauerstoffeintrag und Korrosionsschäden an metallischen Bauteilen.
Solldruckbereich und Drucküberwachung
Im Heizkreis einer Wärmepumpenanlage herrscht ein definierter Betriebsdruck, der von der Anlagenhöhe (statische Drucksäule) und dem Systemvolumen abhängt. Typische Richtwerte für Einfamilienhäuser:
- Kaltdruck (Anlage kalt, ca. 20°C): 1,5 – 2,0 bar
- Warmdruk (Anlage betriebswarm): 1,8 – 2,5 bar
- Maximaldruck (Sicherheitsventil-Ansprechdruck): 3,0 bar
Ein Manometer an der Anlage zeigt den aktuellen Systemdruck an. Liegt der Druck deutlich unter dem Sollwert, besteht Verdacht auf eine Leckage oder einen defekten Ausdehnungsbehälter.
Ablauf des Hydraulikdrucktests
Der Hydraulikdrucktest wird wie folgt durchgeführt:
- Anlage ausschalten und auf Raumtemperatur abkühlen lassen
- Systemdruck auf den Prüfdruck (in der Regel 1,5-facher Betriebsdruck, max. 6 bar) erhöhen
- Alle Verbindungen, Verschraubungen und Anschlüsse auf Leckagen prüfen
- Druckverlauf 30 Minuten beobachten und dokumentieren
- Temperaturkompensation beachten (Druckanstieg bei Erwärmung ist normal)
Häufige Leckagen im Hydraulikkreis
Bei der Inspektion sind folgende Leckagestellen besonders häufig:
- Verschraubungen und Übergangsstücke (Dichtungen verhärtet)
- Dreiwegeventile (Wellenabdichtung)
- Umwälzpumpengehäuse (Stopfbuchse)
- Sicherheitsventil (tropfend = erhöhter Systemdruck oder defektes Ventil)
- Flexschläuche und Kompensatoren (Alterungsrisse)
- Korrosionsbedingte Schwachstellen an Stahl- oder Gusskomponenten
Maßnahmen bei Druckverlust
Wird ein Druckverlust von mehr als 0,2 bar in 30 Minuten festgestellt, ist eine systematische Leckagesuche erforderlich. Diese erfolgt durch Sichtprüfung aller Verbindungen, ggf. unterstützt durch Ultraschall-Lecksuchgeräte. Nach Behebung der Leckage ist das System erneut zu befüllen, zu entlüften und der Drucktest zu wiederholen.
Dokumentation des Drucktests
Das Ergebnis des Hydraulikdrucktests ist im Inspektionsprotokoll festzuhalten: Startdruck, Enddruck, Umgebungstemperatur, Prüfdauer und Befund (dicht / nicht dicht). Bei Undichtigkeiten sind Art, Ort und durchgeführte Maßnahmen zu dokumentieren.