Grundwasser-Wärmetauscher bei der WP prüfen
Grundwasser-Wärmetauscher inspizieren: Fouling durch Kalk und Eisen, Brunnenleistung, Wasseranalyse und Reinigungsmaßnahmen erklärt.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 14. November 2025
Grundwasserwärmepumpen: Funktionsprinzip und Besonderheiten
Grundwasserwärmepumpen (Wasser-Wasser-Wärmepumpen) nutzen Grundwasser als Wärmequelle. Das Grundwasser wird über einen Förderbrunnen gepumpt, gibt Wärme an den Wärmetauscher (Zwischenwärmetauscher) der Wärmepumpe ab und wird anschließend über einen Schluckbrunnen wieder in das Grundwasser zurückgeführt. Diese Systeme erreichen besonders hohe Jahresarbeitszahlen, da die Grundwassertemperatur das ganze Jahr über relativ konstant bei 8–12°C liegt.
Besondere Herausforderungen bei der Inspektion
Grundwasserwärmepumpen stellen bei der Inspektion besondere Herausforderungen dar, da das Grundwasser chemische Stoffe enthält, die zu Korrosion, Kalkausfällungen und biologischem Bewuchs im Wärmetauscher und den Brunnen führen können:
- Kalkausfällungen bei hartem Wasser (häufig in Kalksteinregionen)
- Eisenoxid-Ablagerungen bei eisenhaltigem Grundwasser
- Mangan-Ablagerungen
- Biofouling durch Bakterien (Eisen- und Manganbakterien)
- Korrosion an metallischen Bauteilen
Inspektion des Zwischenwärmetauschers
Der Zwischenwärmetauscher trennt den Grundwasserkreis vom Kältekreis und schützt die WP vor korrosiven Grundwasserinhaltsstoffen. Bei der Inspektion sind zu prüfen:
- Differenzdruck über den Wärmetauscher (steigend = zunehmende Verstopfung)
- Temperaturgradienten: Messung der Grundwassereintritts- und -austrittstemperatur
- Sichtprüfung auf Korrosion an Anschlüssen und Gehäuse
- Dichtheit (Leckage zwischen Grundwasser- und Kältekreis wäre kritisch)
Brunneninspektion
Förderbrunnen und Schluckbrunnen sollten regelmäßig auf Leistungsfähigkeit geprüft werden:
- Fördermenge des Förderbrunnen messen und mit Auslegungswert vergleichen
- Wasserstand im Förderbrunnen beobachten (absinkender Stand = Verringerung der Brunnenleistung)
- Schluckbrunnen auf Rückstau prüfen (Überlaufen = Versiegen der Aufnahmefähigkeit)
- Visuelle Inspektion mit Kamera alle 5 Jahre empfohlen
Wasseranalyse
Eine jährliche Analyse des Grundwassers auf die wichtigsten Parameter ist für Grundwasserwärmepumpen unerlässlich:
- Gesamthärte, temporäre Härte (Kalkausfällungspotenzial)
- Eisen- und Mangangehalt
- pH-Wert
- Elektrische Leitfähigkeit
- Sauerstoffgehalt (erhöhter O₂ = erhöhtes Korrosionsrisiko)
Reinigung und Regeneration
Verstopfte Wärmetauscher können chemisch entkalkt werden. Verschlammte Brunnen werden durch Brunnenregeneration (mechanisches Bürsten + Hochdruckspülung + chemische Behandlung) reaktiviert. Diese Maßnahmen sollten nur durch spezialisierte Brunnenbauunternehmen mit Erfahrung in der Geothermie durchgeführt werden.