Geräuschmessung und Lärmpegel bei der Wärmepumpe
Geräuschmessung bei Wärmepumpen: TA-Lärm-Grenzwerte, Messverfahren, Diagnose von Geräuschursachen und Maßnahmen bei Grenzwertüberschreitung.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 4. November 2025
Warum Geräuschmessungen zur Wärmepumpen-Inspektion gehören
Die Geräuschemission einer Wärmepumpe ist einerseits ein Qualitätsmerkmal und andererseits ein Diagnoseparameter. Ein deutlich gestiegener Lärmpegel oder neue, unbekannte Geräusche können auf mechanische Probleme wie Lagerverschleiß, Kavitation oder Resonanzprobleme hinweisen. Gleichzeitig sind Wärmepumpen in Wohngebieten Lärm-Auflagen unterworfen, die während der Betriebslaufzeit eingehalten werden müssen.
Rechtlicher Rahmen für Wärmepumpen-Lärm
In Deutschland gilt für Wärmepumpen die TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm). Maßgeblich ist der beurteilungsseitige Schalldruckpegel am nächstgelegenen schutzbedürftigen Punkt (Fenster des Nachbarn):
- Allgemeines Wohngebiet (WA): tags 55 dB(A), nachts 40 dB(A)
- Reines Wohngebiet (WR): tags 50 dB(A), nachts 35 dB(A)
- Mischgebiet: tags 60 dB(A), nachts 45 dB(A)
Neuere Anlagen müssen die Grenzwerte bereits bei der Aufstellung nachweisen. Bei Beschwerden von Nachbarn kann ein amtlicher Schallpegelmessnachweis verlangt werden.
Messverfahren bei der Inspektion
Für eine sachgemäße Schallpegelmessung gilt folgendes Vorgehen:
- Kalibriertes Schallpegelmessgerät (Klasse 2 oder besser) verwenden
- Messung im stationären Heizbetrieb, ohne Abtauzyklus
- Messpositionen: 1 m Abstand vom Gerät auf jeder Seite sowie am Immissionsort (Grundstücksgrenze oder Nachbarfenster)
- Hintergrundpegel messen (Gerät ausgeschaltet) und subtrahieren
- A-bewerteten Schalldruckpegel [dB(A)] und Maximalpegel [dB(A)] erfassen
- Tonhaltigkeits-Zuschlag prüfen (dominante Töne erhöhen subjektive Lästigkeit und werden in der TA Lärm mit Zuschlag bewertet)
Geräusche als Diagnoseinstrument
Neben dem absoluten Pegel ist die Qualität der Geräusche ein wichtiges Diagnosemerkmal:
- Tieffrequentes Brummen: Oft Resonanz des Fundaments oder der Gehäusebleche. Versteifung oder Anti-Vibrations-Pads helfen.
- Metallisches Schaben oder Schleifen: Lagerverschleiß am Lüftermotor oder Fremdkörper im Lüfterbereich.
- Hydraulisches Zischen oder Pfeifen: Expansionsventil-Problem, Strömungsgeräusche durch falsche Dimensionierung.
- Periodisches Klacken: Schaltgeräusche von Ventilen, oft normal bei Betrieb.
- Heulgeräusch (Pfiff): Wälzlager-Verschleiß am Kompressor.
Maßnahmen bei erhöhtem Schallpegel
Bei Überschreitung der zulässigen Grenzwerte oder bei auffälligen Diagnosegeäuschen sollten folgende Maßnahmen geprüft werden:
- Überprüfung und Austausch der Anti-Vibrations-Pads unter dem Gerät
- Prüfung der Befestigungsschrauben (Locker-/Fehlschrauben)
- Lüftermotor und Lüfterblatt auf Verschleiß prüfen
- Schallschutzwand oder Einhausung planen (nur mit schalltechnischer Fachplanung, da falsche Ausführung kontraproduktiv)