Erdwärmesonde: Integrität und Langzeitprüfung
Erdwärmesonde prüfen: Drucktest, thermischer Response Test, Langzeitmonitoring der Quelleintrittstemperatur und behördliche Anforderungen.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 12. November 2025
Erdwärmesonden als dauerhafte Wärmequelle
Erdwärmesonden (EWS) sind vertikale Bohrungen mit eingebetteten U-Rohren oder Doppel-U-Rohren, durch die Soleflüssigkeit zirkuliert und dem Erdreich Wärme entzieht. Sonden reichen typischerweise 80–200 m in die Tiefe und sind auf eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr ausgelegt. Da sie vollständig im Boden liegen, sind direkte Sichtprüfungen nicht möglich – ihre Integrität muss durch indirekte Messmethoden bewertet werden.
Drucktest der Erdwärmesonde
Der wichtigste Integritätstest der Erdwärmesonde ist der Druckhalttest:
- Sonde hydraulisch vom übrigen Solekreis trennen
- Mit Wasser oder Stickstoff auf den 1,5-fachen Betriebsdruck (typisch 6 bar) befüllen
- Druck 30–60 Minuten halten und Abfall dokumentieren
- Temperaturkorrektur beachten
Ein Druckabfall von mehr als 0,2 bar in 30 Minuten deutet auf eine Leckage hin. Bei Neuinstallationen ist ein Drucktest vor Inbetriebnahme und nach Verfüllung der Bohrung gesetzlich vorgeschrieben.
Thermischer Response Test (TRT)
Der Thermische Response Test ist ein aufwendiges Verfahren zur Bestimmung der effektiven Erdwärmeleitfähigkeit und des Bohrlochwärmwiderstands. Er wird in der Regel nur bei der Erstinbetriebnahme oder bei Verdacht auf Leistungsdegradation durchgeführt. Dabei wird der Sonde über mehrere Tage eine konstante Heizleistung zugeführt und die Temperaturentwicklung ausgewertet.
Langzeitmonitoring der Sondenleistung
Im Rahmen der Jahresinspektion wird die Quelleintrittstemperatur der Sonde dokumentiert und mit dem Vorjahreswert verglichen. Eine langfristig sinkende Quelleintrittstemperatur kann auf eine thermische Überlastung des Erdreichs (mangelnde Regeneration) hinweisen. Dies tritt auf, wenn die entzogene Wärmemenge dauerhaft die natürliche Regenerationskapazität des Bodens übersteigt.
Korrosionsschutz und Materialprüfung
Die Sonden-Rohre aus PE-HD (Polyethylen hoher Dichte) sind sehr korrosionsbeständig, können aber durch mechanische Beanspruchung während der Bohrung oder durch aggressive Bodenwässer beschädigt werden. Anzeichen für eine materielle Schädigung:
- Wiederkehrender Druckverlust im Sondenkreis
- Trübung oder Verfärbung der Soleflüssigkeit (Bodenmaterial in der Sole)
- Verschlechterung der thermischen Leistung ohne andere erklärende Ursachen
Behördliche und rechtliche Aspekte
Die Errichtung und der Betrieb von Erdwärmesonden sind in Deutschland wasserrechtlich genehmigungspflichtig (Wasserhaushaltsgesetz, WHG). Im Inspektionsprotokoll sollte die Vorlage der behördlichen Genehmigung sowie der Bohrprotokolle dokumentiert sein. Bei einer Leckage ist unverzüglich die zuständige Untere Wasserbehörde zu informieren.