Erdungsprüfung bei der Wärmepumpenanlage
Erdungsprüfung bei Wärmepumpen nach VDE: Schutzleiterprüfung, Potenzialausgleich, häufige Mängel und Maßnahmen bei Befund.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 22. November 2025
Bedeutung der Erdung bei Wärmepumpen
Die Erdung (Schutzerdung) schützt Personen vor gefährlichen Berührungsspannungen, wenn ein Isolationsfehler auftritt. Bei Wärmepumpenanlagen müssen alle metallischen, nicht-spannungsführenden Teile – Gehäuse, Rohrleitungen, Rahmen – mit dem Schutzleiter (PE) verbunden sein. Eine fehlerhafte oder unterbrochene Erdung kann im Fehlerfall zu lebensgefährlichen Situationen führen.
Anforderungen nach VDE 0100
Die Anforderungen an die Schutzerdung sind in DIN VDE 0100-410 (Schutz gegen elektrischen Schlag) und DIN VDE 0100-540 (Erdungsanlage, Schutzleiter, Potenzialausgleich) geregelt:
- Alle leitfähigen, berührbaren Teile des Betriebsmittels müssen geerdet sein
- Der Schutzleiterwiderstand darf 1 Ω nicht überschreiten
- Der Querschnitt des Schutzleiters muss mindestens dem der Außenleiter entsprechen (bis 16 mm²) oder der halbe Querschnitt sein (über 16 mm²)
Prüfpunkte bei der Erdungsprüfung
Die Erdungsprüfung umfasst:
- Sichtprüfung der Schutzleiterverbindungen: Alle PE-Klemmen auf festen Sitz, Korrosionsfreiheit und korrekten Querschnitt prüfen
- Durchgangstest: Mit Durchgangsprüfer (Prüfstrom min. 200 mA) den Widerstand zwischen PE-Klemme und jedem metallischen Gehäuseteil messen. Widerstand unter 1 Ω.
- Potenzialausgleich: Verbindung zwischen Wärmepumpe und dem Hauptpotenzialausgleich des Gebäudes auf Vollständigkeit und Querschnitt prüfen
- Außengerät: Erdung des Außengeräts gesondert prüfen, da die Verbindungsleitung zum Innengerät dem Außenklima ausgesetzt ist
Häufige Mängel bei der Erdungsprüfung
In der Praxis werden bei Wärmepumpen folgende Erdungsmängel häufig gefunden:
- Fehlender oder unterbrochener PE im Verbindungskabel zwischen Innen- und Außengerät
- Korrodierte PE-Klemmen (feuchte Aufstellräume, Außengerät)
- Nicht angeschlossene Gehäuseteile (Abdeckbleche, Serviceöffnungen)
- Unterdimensionierter Schutzleiterquerschnitt
- Fehlender Potenzialausgleich zwischen Wärmepumpe und metallischen Heizungsrohren
Maßnahmen bei Mängeln
Erdungsmängel sind als sicherheitsrelevante Mängel einzustufen und müssen umgehend behoben werden. Die Anlage darf erst nach nachgewiesener Behebung aller Erdungsmängel wieder in Betrieb genommen werden. Nach Behebung ist eine Nachmessung zur Bestätigung der Mangelfreiheit durchzuführen und zu dokumentieren.
Dokumentation
Alle Erdungsmesswerte werden im Inspektionsprotokoll mit Messwert (Ω), Prüfpunkt und Bewertung festgehalten. Bei Mängeln: Art des Mangels, Lage und durchgeführte Abhilfemaßnahme mit Datum dokumentieren.