COP-Messung bei der Wärmepumpe: So wird's gemacht
COP-Messung bei der Wärmepumpe: Messpunkte, Berechnungsformel und Bewertung der Ergebnisse im Rahmen einer Inspektion.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 5. Oktober 2025
Was ist der COP und warum wird er gemessen?
Der COP (Coefficient of Performance) ist die wichtigste Kennzahl zur Bewertung der Effizienz einer Wärmepumpe. Er beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zur aufgenommenen elektrischen Leistung. Ein COP von 3,5 bedeutet, dass die Anlage für 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme erzeugt.
Die COP-Messung im Rahmen einer Inspektion dient dazu, die tatsächliche Betriebseffizienz mit dem Auslegungswert und dem Vorjahreswert zu vergleichen. Eine Abweichung kann auf Verschleiß, Verschmutzung oder einen Defekt hinweisen.
Voraussetzungen für eine valide COP-Messung
Damit die COP-Messung aussagekräftige Ergebnisse liefert, müssen definierte Messbedingungen eingehalten werden:
- Die Anlage muss sich im stationären Betrieb befinden (mindestens 15 Minuten nach dem letzten Start)
- Es darf kein Abtauzyklus aktiv sein
- Die Außentemperatur sollte dokumentiert werden
- Der Volumenstrom im Heizkreis muss bekannt und stabil sein
- Alle Messinstrumente müssen kalibriert sein
Messpunkte und Messtechnik
Für eine COP-Messung werden folgende Messpunkte benötigt:
- Elektrische Leistungsaufnahme: Messung mit einem kalibrierten Leistungsmessgerät an der Versorgungsleitung der Anlage (Kompressor + Umwälzpumpen)
- Vorlauftemperatur: Kontaktthermometer oder Tauchhülsenmessgerät am Vorlauf nach Wärmetauscher
- Rücklauftemperatur: Messung am Rücklauf vor dem Eintritt in den Wärmetauscher
- Volumenstrom: Ultraschall-Durchflussmessgerät oder Ablesen aus dem eingebauten Wärmemengenzähler
COP-Berechnung Schritt für Schritt
Die thermische Leistung ergibt sich aus folgender Formel:
Q_th = ṁ × c_p × ΔT
Dabei ist ṁ der Massenstrom in kg/s, c_p die spezifische Wärmekapazität des Wärmeträgers (für Wasser: 4186 J/kg·K) und ΔT die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf in Kelvin.
Der COP ergibt sich dann als:
COP = Q_th / P_el
Ein Beispiel: Bei ΔT = 5 K, Volumenstrom 1000 l/h und elektrischer Leistung 2 kW ergibt sich eine thermische Leistung von ca. 5,8 kW und ein COP von 2,9.
Bewertung des gemessenen COP
Der gemessene COP wird mit dem vom Hersteller angegebenen Nenn-COP unter vergleichbaren Normbedingungen verglichen. Typische Normprüfpunkte sind A7/W35 (Luftwärmepumpe) oder B0/W35 (Solewärmepumpe). Eine Abweichung von mehr als 15 % gegenüber dem Herstellerwert oder dem Vorjahreswert ist als kritisch zu bewerten und erfordert eine vertiefte Diagnose.
Bedeutung des SCOP im Jahresbetrieb
Während der COP eine Momentaufnahme darstellt, beschreibt der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) die durchschnittliche Jahreseffizienz unter realen Klimabedingungen. Der SCOP wird aus dem Quotienten der Jahresheizenergie und dem Jahresstrombedarf berechnet und ist die maßgebliche Kennzahl für die energetische Bewertung der Anlage über den gesamten Heizzeitraum.