Abtauzyklus bei der Luftwärmepumpe prüfen
Abtauzyklus bei Luftwärmepumpen prüfen: Abtauverfahren, Prüfpunkte, Fehlerdiagnose und Kondensatablauf-Inspektion erklärt.
Von Redaktion Wpcheckpro · Redaktion · veröffentlicht am 16. November 2025
Warum Luftwärmepumpen abtauen müssen
Bei Luftwärmepumpen liegt die Verdampferfläche im Außenbereich. Bei Außentemperaturen zwischen -5°C und +7°C und gleichzeitig hoher Luftfeuchte kondensiert und gefriert die Luftfeuchtigkeit auf den Lamellen des Verdampfers. Die Eisschicht reduziert die Luftdurchströmung und die Wärmeübertragung – ein Abtauzyklus ist notwendig, um die Lamellen von Eis zu befreien und den effizienten Betrieb wiederherzustellen.
Gängige Abtauverfahren
Moderne Luftwärmepumpen verwenden verschiedene Abtauverfahren:
- Heißgasabtauung (Umkehrabtauung): Der Kältemittelkreislauf wird kurzzeitig umgekehrt. Heißgas strömt durch den Verdampfer und schmilzt das Eis. Effizient, aber während des Abtauens keine Wärme ans Heizsystem.
- Elektrische Heizfolie: Elektrische Heizelemente in den Lamellen oder der Kondensatwanne schmelzen das Eis. Einfach aber energieintensiv.
- Warmwasser-Abtauung: Heizwasser wird kurzzeitig durch den Verdampfer geleitet. Selten bei modernen Anlagen.
Prüfpunkte beim Abtauzyklus
Bei der Inspektion wird der Abtauzyklus entweder im realen Betrieb beobachtet oder – wenn keine Vereisungsbedingungen vorliegen – über den Servicemode manuell ausgelöst. Folgende Aspekte werden geprüft:
- Auslösung: Wird der Abtauzyklus bei korrekten Bedingungen ausgelöst? Zu frühe Auslösung = unnötiger Effizienzabfall; zu späte Auslösung = starke Vereisung und Leistungsabfall.
- Abtaudauer: Wie lange dauert ein Zyklus? Typisch 5–10 Minuten. Sehr lange Zyklen deuten auf starke Vereisung oder unzureichende Abtauleistung.
- Vollständigkeit: Werden alle Lamellenabschnitte vollständig abgetaut?
- Kondensatablauf: Fließt das Schmelzwasser sauber ab? Verstopfter Kondensatablauf führt zu Eisblöcken im Gerätegehäuse.
- Abtauhäufigkeit aus Betriebsdaten: Anzahl der Abtauzyklen pro Tag aus dem Betriebsdatenlogger auslesen und bewerten.
Fehlerdiagnose: Unvollständige oder fehlende Abtauung
Symptome einer gestörten Abtauung:
- Massive Vereisung des Verdampfers (sichtbar durch Gitter)
- Stark sinkende Leistung bei Außentemperaturen zwischen 0°C und 5°C
- Häufige Hochdruck- oder Niederdruckalarme
- Fehlercodes „Abtaufehler" oder „Verdampfer Eis"
Mögliche Ursachen: Defekter Abtaufühler, blockierter Kondensatablauf (eingefroren), defekte Abtauheizung, falsch parametriertes Abtauintervall.
Kondensatwanne und Ablaufheizung
Die Kondensatwanne unter dem Verdampfer sammelt das Schmelzwasser. Eine eingefrorene Wanne oder ein blockierter Ablauf führt zu Wasseransammlungen, die bei weiterer Vereisung das Gerät beschädigen können. Die Ablaufheizung (Heizband) muss auf Funktion geprüft werden – ein einfacher Widerstandstest mit Multimeter ist ausreichend.